Optiwell Control und die Hilfe weniger zu essen
Autor: Sylvia Kreuzer
Eine derzeitige Plakatkampagne erschüttert den deutschen Verbrauchermarkt: Die Firma Campina buhlt mit einem ihrer 0,1% Fettprodukte mit dem vielsprechenden Namen Optiwell Control um die Gunst der übergewichtigen „Fastfoodgesellschaft“. Der Slogan „Hilft weniger zu essen“ soll die Bevölkerung dazu anregen, auf natürliche Weise das „Wohlfühlgewicht“ zu kontrollieren. Stellt sich die Frage, wer dieses Wohlfühlgewicht eigentlich bestimmt und für uns die dazugehörige Bikinifigur entwirft. Allerspätestens seit „Germanys-next-Topmodel“ wissen wir, wie wir aussehen dürfen und wie nicht. weiter ...
Dabei ist doch mittlerweile die Wirkung von „light“ und fettreduzierten Produkten weitgehend bekannt. Zitat Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: „Wer die leichte Butter dicker aufs Brot schmiert und bei der fettreduzierten Wurst erst richtig hinlangt, konsumiert mehr und stabilisiert falsche Essgewohnheiten. Kehrt man wieder zu normalen Lebensmitteln zurück, sind die Fett- und Kalorienprobleme größer als vorher.“ Dabei ist der Spielraum, was noch ein völlig normales Gewicht sei, größer als angenommen.
Gießen wir also Wasser auf die Mühlen unserer anorexiegebeutelten Jugendlichen, unserer an Bulimie leidenden Kinder und stärken sie in dem Wahn einer „Germanys-next-Topmodel“- Gesellschaft, weiterhin einem unerreichbaren Schönheitsideal hinterher zu laufen, das verspricht, auf dem Markt der Eitelkeiten vermeintliche Träume erfüllen zu können?
Glücklicherweise kündigt sich ein gesellschaftlicher Gesinnungswandel an, der Kampagnen mit der Bekenntnis zu „Wahrer Schönheit“ (Dove) hervorbringt, und uns wieder erlaubt, Kurven zu zeigen, die nicht mit aufwändigen Nachbearbeitungsprogrammen wegretuschiert werden. Das Selbstbewusstsein sich zu seiner eigenen Person zu bekennen, ist auf dem Vormarsch. „Ich liebe mich so wie ich bin“ klingt nicht mehr nach Disziplinlosigkeit und erlaubt uns zum ersten Mal seit langer Zeit wieder richtig durchzuatmen. Begriffe wie Öko- oder Biolebensmittel sind selbst für die Kleinsten in unserer Gesellschaft dank Basic kein Fremdwort mehr. Ergibt sich daraus nicht die logische Schlussfolgerung, an der Basis eine Änderung herbeizuführen, anstelle Symptome zu bekämpfen? Beginnen wir doch endlich damit, in den Schulen und Kindergärten die richtigen Ernährungsweisen zu lehren. Vermitteln wir unseren Kindern die Wertigkeit von gesundheitsfördernden und umweltbewussten Nahrungsmitteln und führen die schon längst fällige Ernährungswende (Öko-Institut e.V.) herbei.
Eine neue Nase zum Geburtstag? Botox zum Abitur? Der Wunsch nach maßgeschneiderter Schönheit insbesondere bei Jugendlichen bereits ab 14 Jahren, nimmt erschreckende Ausmaße an und ist laut SPD-Gesundheitsexperten Lauterbach "grotesker Ausdruck eines verirrten Schönheitsideals per Skalpell".
Fazit: Schaffen wir lieber bei unseren Kindern und schließlich uns selbst die Kraft und das Wissen, mit Bedacht zu leben, um auf diese Weise das Selbstbewusstsein und die Ausstrahlung eines jeden Einzelnen auch ohne fettreduzierte Produkte und vorgefertigte Bikinifigur, hervorzuheben.
Dabei ist doch mittlerweile die Wirkung von „light“ und fettreduzierten Produkten weitgehend bekannt. Zitat Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: „Wer die leichte Butter dicker aufs Brot schmiert und bei der fettreduzierten Wurst erst richtig hinlangt, konsumiert mehr und stabilisiert falsche Essgewohnheiten. Kehrt man wieder zu normalen Lebensmitteln zurück, sind die Fett- und Kalorienprobleme größer als vorher.“ Dabei ist der Spielraum, was noch ein völlig normales Gewicht sei, größer als angenommen.
Gießen wir also Wasser auf die Mühlen unserer anorexiegebeutelten Jugendlichen, unserer an Bulimie leidenden Kinder und stärken sie in dem Wahn einer „Germanys-next-Topmodel“- Gesellschaft, weiterhin einem unerreichbaren Schönheitsideal hinterher zu laufen, das verspricht, auf dem Markt der Eitelkeiten vermeintliche Träume erfüllen zu können?
Glücklicherweise kündigt sich ein gesellschaftlicher Gesinnungswandel an, der Kampagnen mit der Bekenntnis zu „Wahrer Schönheit“ (Dove) hervorbringt, und uns wieder erlaubt, Kurven zu zeigen, die nicht mit aufwändigen Nachbearbeitungsprogrammen wegretuschiert werden. Das Selbstbewusstsein sich zu seiner eigenen Person zu bekennen, ist auf dem Vormarsch. „Ich liebe mich so wie ich bin“ klingt nicht mehr nach Disziplinlosigkeit und erlaubt uns zum ersten Mal seit langer Zeit wieder richtig durchzuatmen. Begriffe wie Öko- oder Biolebensmittel sind selbst für die Kleinsten in unserer Gesellschaft dank Basic kein Fremdwort mehr. Ergibt sich daraus nicht die logische Schlussfolgerung, an der Basis eine Änderung herbeizuführen, anstelle Symptome zu bekämpfen? Beginnen wir doch endlich damit, in den Schulen und Kindergärten die richtigen Ernährungsweisen zu lehren. Vermitteln wir unseren Kindern die Wertigkeit von gesundheitsfördernden und umweltbewussten Nahrungsmitteln und führen die schon längst fällige Ernährungswende (Öko-Institut e.V.) herbei.
Eine neue Nase zum Geburtstag? Botox zum Abitur? Der Wunsch nach maßgeschneiderter Schönheit insbesondere bei Jugendlichen bereits ab 14 Jahren, nimmt erschreckende Ausmaße an und ist laut SPD-Gesundheitsexperten Lauterbach "grotesker Ausdruck eines verirrten Schönheitsideals per Skalpell".
Fazit: Schaffen wir lieber bei unseren Kindern und schließlich uns selbst die Kraft und das Wissen, mit Bedacht zu leben, um auf diese Weise das Selbstbewusstsein und die Ausstrahlung eines jeden Einzelnen auch ohne fettreduzierte Produkte und vorgefertigte Bikinifigur, hervorzuheben.
Labels: Thema

3 Kommentare:
Millionen Frauen aus dem Herzen gesprochen! Derzeit beobachten wir wieder eine "Schere": die immer mehr werdenden ehemaligen Normalos, die tatsächlich immer intensiver über eine mögliche Schönheits- OP nachdenken - und die anderen ehemaligen Normalos, die endlich aufhören, darüber nachzudenken und sich sagen: wer ist hier eigentlich verrückt?
Ernährungsunterricht schon an der Grundschule ist eine gescheite Forderung! Und ich schlage "Konsumentenkunde" ab der 7. KLasse vor: Marketing aus der Sicht des Verbrauchers. Außerdem: Mehr körperliche Arbeit für einen Apparat, der zu nichts anderem im Leben bestimmt ist - und schon lösen sich viele Zivilisationskrankheiten, Depressionen und überflüssige Kilos in Wohlgefallen auf!
Awi
Vielen Dank wür diesen wunderbaren Kommentar. Wenn wir was verändern wolen, dann müssen wir bei den "Kleinen" in unserer Gesellschaft anfangen. Und jeder kann dazu beitragen.
Sylvia Kreuzer
Ich muss zugeben, dass ich mich über diese Werbung sehr geärgert habe. "Hilft, weniger zu essen." - das ist doch kein schönes Werbeversprechen. Ist Essen etwas schlechtes? Mir sagt dieser Slogan nur: Dieses Produkt hilft, Lebensfreude zu minimieren. Also, nicht nur eine, im Hinblick auf die steigende Anzahl an essgestörten Menschen, gefährliche, sondern auch noch schlechte Werbung. Peinlich!
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